Grußwort des Vorstands

Wir laden alle, die sich dem Qigong verbunden fühlen, herzlich ein, das Bestehen und den Wandel unseres Vereins auf diesem Kongress gemeinsam mit uns zu feiern!

Seit der Gründung des Vereins vor 25 Jahren ist die DEUTSCHE QIGONG GESELLSCHAFT e.V. beständig gewachsen. Unser Verein hat an Mitgliedern gewonnen, ist an immer mehr Orten in der ganzen Bundesrepublik durch Kurse und Ausbildungsangebote präsent. Der Verein hat sich professionalisiert. Die dort Lehrenden haben sich strenge Ausbildungsrichtlinien gegeben und ein weit gefächertes Weiterbildungsangebot für alle Qigong-Interessierte entwickelt. Vielfalt ist die Stärke und Offenheit das Selbstverständnis unseres Vereins, der mit seinem Angebot dazu beigetragen hat, dass Qigong in Deutschland mitten im Leben angekommen ist.

Für Mitglieder und Interessierte, für Erfahrene wie Neuankömmlinge im Lande des Qigong-Übens, bietet der Kongress gleichermaßen etwas:

Vorträge, Workshops, Möglichkeiten zur Begegnung und zum Austausch, Zeit für Arbeitskreise und die Möglichkeit, sich einen Eindruck von der DEUTSCHEN QIGONG GESELLSCHAFT e.V. zu verschaffen.

Ein Verein entsteht und gedeiht, er entwickelt sich und ist fähig zur Wandlung, wenn sich in ihm durch kontinuierliche Arbeit und Auseinandersetzung um die gemeinsame Sache Strukturen entwickeln, die zugleich stabil und flexibel genug sind, um Konti­nuität und Veränderung zu ermöglichen. Die Gruppe der Gründer und Gründerinnen dieses Vereins hat mit ihrer Arbeit, mit Herz, Umsicht, Flexibilität, Neugier und dem Engagement vieler Jahre die grundlegenden Bindungen und Strukturen geschaffen, die es ermöglichen, dass all die, die Jahr für Jahr hinzukommen, mit ihren neuen Fragen, Ideen und Bedürfnissen ihren Platz im Verein finden.

Vor fünf Jahren kam Prof. Cong Yongchun, der Lehrer, der vor 25 Jahren mit seiner Herzlichkeit und der Tiefe seiner Qigong-Erfahrung seine ersten deutschen Schüler und Schülerinnen so beeindruckt hatte, dass sie diesen Verein ins Leben riefen, um ihn weiterhin einladen zu können, überraschend zur 20-Jahr-Feier nach Weimar. Auch für die, die ihn hier das erste Mal erlebten, die Mitglieder neueren Datums, für die der Lehrer ihrer Lehrer und Lehrerinnen nur eine schillernde Figur aus Tausend-und-einer-Erzählung war, wurde spürbar, dass die Verbindung zwischen diesem Lehrer und seinen Schülern und Schülerinnen eine Herzensverbindung ist. Prof. Cong ist seinen Schülern und Schülerinnen 20 Jahre lang ein Führer im Gelände gewesen, einer, der auf dem Weg schon weiter war und ihnen half, den ihren zu finden. Er kam aus China angereist und strahlte angesichts dessen, was aus der ersten kleinen Gruppe der mit ihm Übenden geworden war: ein Verein von damals 1000 Mitgliedern. Er war stolz und sehr bewegt. Dann verabschiedete er sich, so beeindruckend und zugewandt wie immer: Er entließ die Qigong-Übenden des Vereins in die Eigenverantwortung. Der Meister dankte ab und sagte: „Geht nun ohne euren Meister weiter, seid euer eigener Meister: fühlt, was ihr fühlt, geht entlang der Spur eures Empfindens und beantwortet euch eure Fragen im Weiteren selbst.“

Er formulierte einen Appell an die Selbstverantwortung und beschenkte sein Publikum mit einer bewegenden Erzählung von den Grenzen, die auch ein Meister hat und die auch ein Meister nicht ohne Schaden überschreiten kann.

Zu diesem Kongress fünf Jahre später wird Prof. Cong nicht erwartet. Aber er erwartet von uns, dass wir mit dem Erbe, mit dem, was er vermittelt hat, eigenverantwortlich umgehen. Er erwartet, dass wir uns selbst vertrauen und zuhören, dass wir auf uns achten, dass wir üben und das Erfahrene reflektieren und weitergeben.

In diesem Sinne wünschen wir allen Teilnehmern des Kongresses:

Freude beim gemeinsamen Üben, vertrauensvollen Austausch und herzliche Begegnungen!

Der Vorstand

Cordula Goulet, Birgit Halberstadt, Olaf Lüderitz,
Fotini Papadopulu, Anja Streiter