Ausbildungsrichtlinien der DEUTSCHEN QIGONG GESELLSCHAFT e.V.

Stand: November 2015,
beschlossen zur Jahreshauptversammlung der DEUTSCHEN QIGONG GESELLSCHAFT e.V. a. in Rückersbach.

Präambel

Qigong ist ein moderner chinesischer Begriff, mit dem viele sehr alte Traditionen der Kultivierung von Qi zusammengefasst werden. Beim Qigong wird der harmonische Fluss der Lebensenergie „Qi“ durch eigenes Üben und Erfahren „Gong“ gefördert.

Qigong bzw. die verschiedenen Praktiken zur Kultivierung des Qi haben sich auf dem Hintergrund fernöstlicher Tradition und Lebensphilosophie entwickelt. Die Übungen sind ein wichtiger Bestandteil der chinesischen Medizin, die auf Gesunderhaltung besonderes Gewicht legt. Eine regelmäßige Qigong-Praxis stärkt die Übenden im verantwortlichen Umgang mit sich selbst durch die Schulung der Wahrnehmung auf den Ebenen Körper, Seele und Geist.

Die Zahl der Qigong-Methoden ist bis heute in ständiger Entwicklung und ihre Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig. Die Grundelemente basieren auf den gleichen Prinzipien. Es handelt sich um Übungen, die in unterschiedlicher Gewichtung mit Körper, Atmung und Vorstellungskraft arbeiten, um zu Kräftigung, Ausgleich und innerer Ruhe zu gelangen. Qigong-Übungen lassen sich einteilen in bewegte (Donggong) und stille Übungen (Jinggong), sie können auch als äußere und innere Übungen beschrieben werden.

Seit geraumer Zeit findet Qigong auch in der westlichen Kultur und Denkweise breite Resonanz und wird als eine das Wohlbefinden auf allen Ebenen unterstützende  Methode zur Vorsorge und Erhaltung von Gesundheit geschätzt.  Um zur Förderung und Verbreitung des Qigong beizutragen, hat sich die DEUTSCHE QIGONG GESELLSCHAFT e.V. gegründet. Da es ihr ein Anliegen ist für eine qualifizierte Qigong-Praxis zu sorgen, bietet sie Aus- und Weiterbildung für Kursleiter_innen und Lehrer_innen an. War früher im Fernen Osten die persönliche Beziehung zwischen Lehrer_in und Schüler_in prägend für den Lern- und Entwicklungsweg, so ist heute bei uns eine Ausbildungsstruktur entstanden, die die Befähigung zur Weitergabe von Qigong durch Ausbildungslehrgänge an verschiedenen Standorten mit entsprechenden Abschlüssen und Urkunden regelt.

Die DEUTSCHE QIGONG GESELLSCHAFT e.V. hat 1999 auf ihrer JHV in München ihre ersten Richtlinien zur Ausbildung von Qigong-Kursleiter_innen und -Lehrer_innen beschlossen, die bis heute ständig weiter entwickelt werden. Dadurch wurden die Grundlagen und Rahmenbedingungen für Ausbildungen geschaffen, die Qualitätsstandards als Mindestanforderungen für das Ausbildungswesen in Deutschland formulieren. Diese dienen der Qualitätssicherung unseres Ausbildungsangebotes, dem Schutz der von unseren ausgebildeten Lehrkräften zukünftig unterrichteten Kursteilnehmer_innen und der Transparenz und Kongruenz unserer Ausbildungsinhalte.

Allgemeines

Die DEUTSCHE QIGONG GESELLSCHAFT e.V. ist weder bestimmten Übungssystemen noch chinesischen Meister_innen verpflichtet. Dies garantiert eine breite Angebotsvielfalt an Methoden und Qigong-Formen.

Als Verein bieten wir in unseren Ausbildungen die Grundlagen des Qigong, dessen Hintergründe sowie deren fundierte Vermittlung an. Neben Qigong-Praxis und -Theorie werden standortspezifische Unterschiede der Ausbildungsgestaltung von den jeweiligen Schwerpunkten der Ausbilder_innen geprägt.

Die Organisation und Durchführung der Ausbildung erfolgt durch Ausbider_innen, die Mitglieder der DEUTSCHEN QIGONG GESELLSCHAFT e.V. sind, über eine langjährige Erfahrung im Praktizieren und Unterrichten von Qigong verfügen und als Ausbilder_innen anerkannt sind. Die Vergabe bzw. die Aberkennung der Ausbildungsberechtigung erfolgt nach den in Punkt  6 beigefügten Richtlinien zur Anerkennung als Ausbilder_in.

Diese Ausbildung ist für die DEUTSCHE QIGONG GESELLSCHAFT e.V. grundsätzlich kostenneutral. Sie finanziert sich über die Seminargebühren der Teilnehmer_innen, wobei derzeit eine einheitliche Kursgebühr von mindestens 11 € bis maximal 15 € pro Seminar-Zeitstunde erhoben wird. Eine Änderung der Höhe der Kursgebühren obliegt der Mitgliederversammlung.

Überregionale Dienstleistungen der DEUTSCHEN QIGONG GESELLSCHAFT e.V., wie z.B. Werbung, die Website, Benutzung des Logos, Erstellung eines überregionalen Veranstaltungskalenders, Veranstaltung eines jährlichen Ausbildertreffens zur Fort- und Weiterbildung, Supervision und Betreuung bei Fragen und Problemen durch den Ausbildungsbeirat und Urkundenausstellungen etc. werden durch eine Ausbildungsabgabe von 5% der Kursgebühren finanziert. Diese Abgabe ist regelmäßig in mindestens halbjährlichem Turnus von den jeweiligen Ausbilder_innen anhand des Abrechnungsformulars auf das Ausbildungskonto der DEUTSCHEN QIGONG GESELLSCHAFT e.V. abzuführen. Die Einhaltung überprüft der Ausbildungsbeirat. Die Prüfungswochenenden sind davon ausgenommen.

Ausbildungsorganisation

Die DEUTSCHE QIGONG GESELLSCHAFT e.V. bietet:

  • Kursleiter_ und Lehrer_innen-Ausbildungen, sowie
  • Zielgruppen orientierte Kursleiter_innen-Ausbildungen

Eingangsvoraussetzungen

Zugang zur Ausbildung haben in der Regel nur diejenigen Personen, die eine mindestens zweijährige Übungserfahrung mit Qigong oder Qigong-verwandten Methoden (z.B. Taijiquan, Meditation, Yoga etc.) nachweisen können. Alle Teilnehmer_innen müssen außerdem Mitglied der DEUTSCHEN QIGONG GESELLSCHAFT e.V. sein bzw. werden.

Struktur der zweistufigen Ausbildung

Die DEUTSCHE QIGONG GESELLSCHAFT e.V. bietet eine umfassende Ausbildung zum/zur Qigong-Lehrer_n an. Die Ausbildung kann in zwei Stufen erfolgen, die als in sich abgeschlossene, aber aufeinander aufbauende Einheiten konzipiert sind.

Die Mindestausbildungs- oder Unterrichtszeiten sind unterteilt in:

Stufe 1, Qigong-Kursleiter_in: 300 Unterrichtseinheiten (UE)* = 225 Zeitstunden (ZSTD)**
Stufe 2, Qigong-Lehrer_in:      200 Unterrichtseinheiten (UE)  = 150 Zeitstunden
Gesamtausbildungsdauer:    500 Unterrichtseinheiten (UE)  = 375 Zeitstunden

*UE= 45 min  /   **ZSTD = 60 min

Die Ausbildung erfolgt in regional organisierten Ausbildungsgruppen, die von mindestens zwei anerkannten Ausbilder_innen vor Ort durchgeführt werden. Die Veranstaltungen der regionalen Ausbildungsgruppen sind auch für die Teilnehmer_innen anderer Ausbildungsgruppen offen. Die Veranstalter_innen vor Ort sind verpflichtet ihre Ausbildungsorganisation detailliert offen zu legen und die Inhalte pro Ausbildungseinheit - in der Regel das Wochenendseminar - konkret zu benennen, um eine Kongruenz und Transparenz der Ausbildungen zu ermöglichen.

Auszubildende, die nicht regelmäßige Teilnehmer_innen einer festen Ausbildungsgruppe sind, können nach Rücksprache mit den Ausbilder_innen vor Ort an den Ausbildungen teilnehmen. Die Begleitung der individuellen Ausbildung übernimmt ein_e der verantwortlichen Ausbilder_innen.

Die regional veranstalteten Ausbildungen sollten so organisiert sein, dass der Abschluss in der Regel auf Stufe 1 Kursleiter_in frühestens nach zwei Jahren, der Abschluss auf Stufe 2 Lehrer_in frühestens nach vier Jahren erreicht wird.

Struktur der Zielgruppenausbildung:

Die Eingangsvorraussetzungen für die Stufe 1 Kursleiter_innen, sowie deren Inhalte und Ausbildungsdauer bleiben unverändert erhalten. Für die Zielgruppen orientierte Kursleiter_innenstufe sind Aufbau- Wochenenden vorgesehen. Sie haben die Besonderheiten der Zielgruppe sowie die Zielgruppen adäquate Vermittlung von Qigong zum Inhalt.

Für die Inhalte der Aufbauwochenenden bedarf es der Erarbeitung eines jeweiligen Ausbildungsplanes, der vor der Ausschreibung der Ausbildung dem Ausbildungsbeirat vorliegen muss. Die Integration dieser Inhalte in die Ausbildungsstruktur kann frei gestaltet werden.

Der Titel dieser Ausbildung lautet dann:

„Kursleiter_in für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche“ oder
„Kursleiter_in für die Zielgruppe Ältere Menschen“ oder...

Die Mindestausbildungs- oder Unterrichtszeiten sind unterteilt in:

Kursleiter_innenstufe:          250 Unterrichtseinheiten(UE)* = 187,5 Zeitstunden(ZSTD)**
Aufbauwochenenden:          100 Unterrichtseinheiten(UE)  =  75 Zeitstunden
Gesamtausbildungsdauer:    350 Unterrichtseinheiten(UE)  = 262,5 Zeitstunden

*UE= 45 min  /   **ZSTD = 60 min

Anerkennung von sonstigen Qigong-Seminaren

In der Regel werden Seminare anerkannt, die von den Ausbilder_innen der DEUTSCHEN QIGONG GESELLSCHAFT e.V. als Ausbildungsveranstaltungen ausgewiesen sind.

Sie finden als Wochenendseminare oder mehrtägige Blockseminare statt. Es können nach Absprache auch fortlaufende Kurse oder Einzelstunden zur Anrechnung kommen, wenn sie relevante Ausbildungsinhalte abdecken. Fallweise können auch Veranstaltungen chinesischer Gastdozent_innen berücksichtigt werden, sofern sie in Inhalt und Qualität den Zielen des Ausbildungsplanes entsprechen.

Die Ausbilder_innen des jeweiligen Ausbildungsstandortes entscheiden über die Anerkennung.

Abschlüsse/Urkunden

Am Ende einer jeweiligen Ausbildungsstufe findet ein Abschluss-Colloquium statt.

Auf der Stufe 1 besteht die Prüfung zum/zur Kursleiter_in aus:

  • Einer schriftlichen Prüfung,
  • einer praktischen Lehrprobe von 30 min Dauer und
  • einem mündlichen Prüfungsgespräch.
  • Außerdem ist die Vorlage einer schriftlichen Hausarbeit im Umfang von 5-20 DIN A4-Seiten zu einem Qigong- relevanten Thema eine Voraussetzung für das Colloquium.

Das Abschluss-Colloquium auf Stufe 2 beinhaltet:

  • Eine schriftliche Prüfung (ca.15 Fragen zur TCM und 15 Fragen zur Übungspraxis),
  • eine Lehrprobe von 30 min Dauer und
  • ein Prüfungsgespräch.
  • Auch auf dieser Stufe ist die Vorlage einer schriftlichen Hausarbeit Voraussetzung zur Teilnahme am Abschluss-Colloquium.
  • Außerdem müssen 60 ZSTD (= 80 UE) eigenverantwortlicher Kursunterricht nachgewiesen werden, die auch teilweise nach dem Abschluss-Colloquium erbracht werden können

Die Kosten für die Colloquien tragen die Teilnehmer_innen, wobei ein einheitlicher Preis von 160 € je Colloquium berechnet wird. Die 5%-ige Ausbildungsabgabe an die DEUTSCHE QIGONG GESELLSCHAFT e.V. entfällt hierbei.

Bei erfolgreicher Teilnahme an den Abschluss-Colloquien erhalten die Absolventen Urkunden, die als Ausbildungsnachweise dienen.

Nach Abschluss werden folgende Urkunden verliehen:

Stufe 1: „Qigong-Kursleiter / -Kursleiterin der DEUTSCHEN QIGONG GESELLSCHAFT e.V.“
Stufe 2: „Qigong-Lehrer / -Lehrerin der DEUTSCHEN QIGONG GESELLSCHAFT e.V.“

Bei der zielgruppenorientierten Ausbildung:

Stufe 1: „Qigong-Kursleiter / -Kursleiterin der DEUTSCHEN QIGONG GESELLSCHAFT e.V. mit Zielgruppenorientierung“

Die Urkunden berechtigen dazu, Qigong eigenverantwortlich zu unterrichten und weiterzugeben.

Verpflichtung zur Weiterbildung

Alle lehrenden Mitglieder der DEUTSCHEN QIGONG GESELLSCHAFT e.V. haben die Pflicht zur ständigen Weiterbildung von mindestens 12 Zeitstunden im Jahr.  Diese Verpflichtung obliegt der eigenen Verantwortung der lehrenden Mitglieder. Die DEUTSCHE QIGONG GESELLSCHAFT e.V. gewährleistet u.a. durch den Beirat für Weiterbildung, ein attraktives und reichhaltiges Weiterbildungsangebot zur Verfügung zu stellen.

Verzeichnis der Lehrenden

Die DEUTSCHE QIGONG GESELLSCHAFT e.V. veröffentlicht eine ständig aktualisierte Liste der Kursleiter_innen und Lehrer_innen. Alle berechtigten Lehrer_innen werden hier aufgeführt, sofern sie den Mitgliedsbeitrag für Kursleiter_innen und Lehrer_innen jährlich leisten.

Nicht von der DEUTSCHEN QIGONG GESELLSCHAFT e.V. ausgebildete Personen können auf Antrag unter Einreichung ihrer Bewerbungsunterlagen in die Liste der Kursleiter_innen oder Lehrer_innen aufgenommen werden. Die Entscheidung hierüber trifft der Ausbildungsbeirat unter Berücksichtigung bzw. Anwendung der unter Punkt 5 dokumentierten Richtlinien zur Anerkennung extern ausgebildeter Lehrkräfte.

Ausbildungsplan und Ausbildungsinhalte

Die Ausbildung der DEUTSCHEN QIGONG GESELLSCHAFT e.V. vermittelt praktische und theoretische, sowie pädagogische und didaktische Inhalte. Im Einzelnen ergeben sich nachfolgende Ausbildungsinhalte.

Stufe 1: Kursleiter_in

Qigong-Praxis (96 Zeitstunden)

  • Sicheres Können einer längeren Übungsform aus dem Bereich des bewegten Qigong (Donggong)
  • Erlernen mehrerer kürzerer, in sich geschlossener Basisübungen, die für den eigenen Anfängerunterricht von Bedeutung sind
  • Basiserfahrungen aus dem Übungsspektrum des stillen Qigong (Jinggong), z.B.: Inneres Lächeln, Heilende Laute, Visualisierungsübungen
  • Grundlagen des Qigong-Standes
  • Kenntnis elementarer Übungsprinzipien und ihrer Anwendung in verschiedenen Übungsformen
  • Grundlagenkenntnisse aus dem Bereich der Qigong-Massage und Selbstmassage
  • Die Ausbildung sollte von einer regelmäßigen, intensiven Übeerfahrung begleitet sein (täglich ca. 0,5 Stunden), um die Wirkung von Qigong auf das eigene Befinden zu erfahren

Qigong-Theorie (48 Zeitstunden)

  • Grundbegriffe des Qigong
  • Kenntnis der 3 Säulen/Regulationen des Qigong (Körper, Atmung, Geist)
  • Geschichte und Tradition des Qigong (Richtungen, Stile, Systeme)
  • Innere und äußere Haltung beim Qigong
  • Möglichkeiten und Grenzen des Qigong
  • Umgang mit Notfällen, Kenntnisse in Erster Hilfe

Traditionelle Chinesische Medizin [TCM] (24 Zeitstunden)

  • Grundlagenwissen zur Lehre von Yin und Yang, den 5 Wandlungsphasen, den Vitalsubstanzen und dem Meridiansystem
  • Erfassung grundlegender Zusammenhänge von TCM-Theorie und Qigong-Praxis
  • Anwendung und Verdeutlichung der TCM anhand praktischer Übungen

Pädagogik/Didaktik (45 Zeitstunden)

  • Allgemeine Theorie und Praxis des Qigong-Unterrichts
  • Unterrichtsführung, -stile, -formen
  • Erlernen der Fähigkeit zur Schaffung einer positiven
  • Unterrichtsatmosphäre
  • Entwicklung der Lehrpersönlichkeit
  • Entwicklung didaktisch-methodischer Kompetenz, Stoff- und Methodenauswahl
  • Umgang mit der Erwartungshaltung der Übenden
  • erste eigenständige Unterrichtserfahrungen werden empfohlen, sind jedoch nicht Pflicht

Bewegungslehre, Anatomie, Physiologie (12 Zeitsunden)

Ein Grundverständnis anatomischer Zusammenhänge wird erwartet, um die Bewegungsweise im Qigong und die dazugehörigen Prinzipien besser verstehen zu können. Kenntnisse aus der westlichen Bewegungslehre und dem Bereich des Sports können dabei ebenso behilflich sein. Die grundlegenden Wechselwirkungen zwischen Körper (Haltung), Geist (Vorstellungskraft/ Aufmerksamkeit) und Emotionen (Gefühlsausdruck) sollten bekannt sein und im eigenen Qigong-Unterricht bearbeitet werden.

Stufe 2: Lehrer_in

Qigong-Praxis (78 Zeitstunden)

  • Kenntnis von mindestens einer weiteren längeren Übungsreihe aus dem Bereich des bewegten Qigong (Donggong). Hierunter fallen auch Qigong- Reihen in Fortbewegung wie z.B. das Guolin Qigong oder das System der Organschritte. Die Lehrenden sollten über Wirkungsweise und Ausrichtung der jeweiligen Übung Bescheid wissen und auf mögliche Nebenwirkungen und Fehler eingehen können.
  • Vertiefte Erfahrungen mit dem stillen Qigong (Jinggong) z.B.: Kleiner himmlischer Kreislauf
  • Basiserfahrungen mit dem System des spontanen Qigong (Zifagong)
  • Spezielle ergänzende Übungen zur Schulung von Imagination, Aufmerksamkeit und Atemarbeit
  • Auch auf dieser Stufe wird eine regelmäßige individuelle Selbstübungspraxis erwartet (0.5 Stunden täglich)

Qigong-Theorie (24 Zeitstunden)

  • Vertiefung der Inhalte aus Stufe 1
  • Philosophische und theoretische Grundlagen des Qigong (Daoismus, Konfuzianismus, Buddhismus)
  • Vertiefte Geschichte und Tradition des Qigong
  • Möglichkeiten und Grenzen von Qigong in verschiedenen Einsatzbereichen
  • Grenzen der eigenen Möglichkeiten

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM, 24 Zeitstunden)

  • Vertiefung der Inhalte aus Stufe 1
  • Das chinesische Körper-Energie-Modell (Meridiane, außerordentliche Leitbahnen)
  • Die Zangfu-Organe als energetische Funktionskreise
  • Einführung in die Physiologie und Pathologie der TCM
  • Überblick über die Diagnoseverfahren der TCM
  • Es gilt ein Verständnis für die ganzheitliche Betrachtungsweise des Menschen anhand der TCM  zu schaffen, für die Ansichten der TCM über Krankheitsentstehung, -vorbeugung, Therapie, sowie den Stellenwert von Qigong in diesem Zusammenhang.

Pädagogik/Didaktik (24 Zeitstunden)

  • Auseinandersetzung mit der eigenen Motivation Qigong zu unterrichten
  • Verinnerlichung der verschiedenen Organisationsformen des Qigong- Unterrichts: Frontal-, Gruppen-, Einzelunterricht, Binnendifferenzierung
  • Erlernen der Fähigkeit zur korrigierenden Unterstützung und Hilfe
  • Entwicklung didaktischer Kompetenz: z.B. Themenschwerpunkte setzen zu können, stoffliche Reduktion, Methodenauswahl, Medieneinsatz, Anpassung der Übungen an spezifische Bedürfnisse der Teilnehmenden praktizieren zu können.
  • Fähigkeit die Polaritätsprinzipien von Yin und Yang als Gestaltungsmittel im Unterricht einsetzen zu können
  • Fähigkeit zum Kulturtransfer: Übertragung von Sprach- und Denkmustern aus China in den westlichen Unterricht         
  • Fähigkeit innere und äußere Bewegungen mit stimmigen Bildern und Vorstellungen zu unterlegen
  • Fähigkeit, unterschiedliche Lernkanäle zu bedienen
  • Kenntnis gruppendynamischer Gestaltungsprozesse und Entwicklung eines angemessenen Umgangs mit den Rollen und emotionalen Ausdrucksformen von Teilnehmenden in Qigong-Gruppen
  • Mit zunehmender Dauer der Ausbildung auf Stufe 2 sollte der Umfang der eigenverantwortlichen Unterrichtstätigkeit größer werden. Regelmäßige Lehrproben und deren kollegiale Intervision bzw. Supervision in den Ausbildungsgruppen selbst sind ebenfalls wichtige Bausteine der Ausbildung

Abschlussbemerkung

Qigong-Lehrer_in wird man nicht allein durch eine gute und fundierte Ausbildung. Diese stellt eine Basis  für einen verantwortlichen, qualifizierten und kreativen Qigong Unterricht dar. Eine Auseinandersetzung mit ethischen und humanitären Aspekten des Unterrichtens und Lehrer_innenseins ist dabei ebenso notwendig wie die Beachtung und Einhaltung rechtlicher Grenzen.

Zielgruppen orientierte Kursleiter_innen Ausbildung

Kursleiter_in für „Qigong mit Kindern und Jugendlichen“

Anpassung bzw. Ergänzung der Formen an die Zielgruppe (37,5 Zeitstunden)

  • Kleine Übungen für den Alltag, Tierbewegungen und Tierbilder
  • spielerische Umsetzung von Qigong-Übungen
  • spezielle Massagetechniken für Kinder, Partnerübungen, Entspannungsübungen

Zielgruppen orientierte Themen (37,5 Zeitstunden)

  • Pädagogik für Kinder und Jugendliche
  • Einführung in kindliche bzw. jugendliche Entwicklungsprozesse, altersgerechte Unterrichtssprache, Unterrichtsaufbau z.B. Anfangsrituale, Prozesse somatischen Lernens, Einsatz von kreativen Elementen z.B. Farbe und Klang

Kursleiter_in für „Qigong mit älteren Menschen“

Anpassung bzw. Ergänzung der Formen an die Zielgruppe (37,5 Zeitstunden)

  • Abwandlung der Übungen, spezielle Übungen im Sitzen und für Menschen mit körperlichen Einschränkungen
  • Kleine Übungen für den Alltag, z.B. Fingerübungen, Übungen zur Stärkung der Sinnesorgane
  • Übungen zur Verbesserung des Gleichgewichtes
  • spezielle Massagetechniken

Zielgruppen orientierte Themen (37,5 Zeitstunden)

  • Grundkenntnisse der Geriatrie, Krankheitsbilder im Alter
  • Schwindeltraining und Sturzprävention
  • altersgerechte Pädagogik , Thematisierung von Abschied, Tod und Trauer
  • Einblick in die Strukturen der Altenhilfe

Die schriftlichen Prüfungsfragen sollen um die Zielgruppen orientierten Themen erweitert werden.
Voraussetzung für die Anerkennung einer zielgruppenorientierten Ausbildung ist die Erstellung eines spezifischen Ausbildungsplans.

Richtlinien zur Anerkennung extern ausgebildeter Lehrer_innen

Anerkennungskriterien

  • Eine mindestens einjährige Mitgliedschaft in der DEUTSCHEN QIGONG GESELLSCHAFT e.V. vor Antragstellung
  • eine schriftliche Vorlage von Unterrichtsnachweisen über insgesamt 500 Unterrichtseinheiten (= 375 Zeitstunden) die sich auf einen Zeitraum von mindestens vier Ausbildungsjahren erstrecken. Darin müssen folgende Unterrichtsnachweise enthalten sein:
    • Mindestens zwei längere Übungsreihen, darunter evtl. Übungen des Qigong Gehens, Qigong in Fortbewegung
    • Theorie und Inhalt des Stillen Qigong
    • Grundlagen der TCM, soweit sie für Qigong relevant sind
    • Pädagogik/Didaktik des Qigong-Unterrichts
    • mehrmalige Lehrproben und kollegiale Intervision bzw. Supervision
  • Vorlage mindestens einer schriftlichen Empfehlung eines oder einer anerkannten Ausbilder_in der DEUTSCHEN QIGONG GESELLSCHAFT e.V.
  • Zahlung einer einmaligen Aufnahmegebühr von 200 € als Ausgleich für die 5%-ige Ausbildungsabgabe der im Rahmen der DEUTSCHE QIGONG GESELLSCHAFT e.V. Ausgebildeten
  • Bereitschaft zur regelmäßigen, freiwilligen Fort- und Weiterbildung
  • Der Ausbildungsbeirat kann zusätzlich die Abgabe einer schriftlichen Hausarbeit über ein Qigong relevantes Thema an eine/n Ausbilder_in der DEUTSCHE QIGONG GESELLSCHAFT e.V. fordern. Hierzu können auch bereits erfolgte Fachveröffentlichungen anerkannt werden. Der Umfang der Arbeit beträgt 5 -20 DIN-A-4 Seiten.
  • Teilnahme an einer Lehrer_innenabschlussprüfung der DEUTSCHEN QIGONG GESELLSCHAFT e.V. mit entsprechendem Vorbereitungswochenende

Zur schnelleren Erfassung der Daten bitten wir, den Fragebogen der DEUTSCHE QIGONG GESELLSCHAFT e.V. zu beantworten.

Die Anerkennung als Kursleiter_in der DEUTSCHE QIGONG GESELLSCHAFT e.V. wird entsprechend den Voraussetzungen unserer Ausbildungsrichtlinien für Kursleiter_innen erfolgen. Die Aufnahmegebühr beträgt 200 €.

Richtlinien zur Anerkennung als Ausbilder_in

Allgemeines

Die Erlaubnis für die DEUTSCHE QIGONG GESELLSCHAFT e.V. als Ausbilder_in zu arbeiten, ist an die Mitgliedschaft in der Gesellschaft gebunden und erstreckt sich ausschließlich auf die Ausbildungsarbeit innerhalb der Gesellschaft. Eine Ernennung zum/zur Ausbilder_in ist somit grundsätzlich an eine regelmäßige Ausbildungstätigkeit im Rahmen des Ausbildungssystems der DEUTSCHEN QIGONG GESELLSCHAFT e.V. gekoppelt unter Einhaltung der von der Mitgliederversammlung jeweils beschlossenen Ausbildungsrichtlinien. Sie beinhaltet auch die Verpflichtung zu gemeinsamer Fort- und Weiterbildung, die durch den Aus- und Weiterbildungsbeirat jährlich organisiert wird. Die Ernennung erfolgt nach schriftlicher und persönlicher Vorstellung beim Ausbildungsbeirat unter Berücksichtigung der unten aufgeführten Ernennungskriterien. Die Bezeichnung „Ausbilder_in der DEUTSCHEN QIGONG GESELLSCHAFT e.V.“ ist eine reine Funktionsbeschreibung und somit kein lebenslang erworbener Status oder Titel. Nach mindestens dreijähriger Nichtausübung der Ausbildungstätigkeit für die DEUTSCHE QIGONG GESELLSCHAFT e.V. erlischt die Berechtigung im Namen der Gesellschaft auszubilden. Der Status als Ausbilder_in kann auch durch Weiter- und Fortbildungen im Namen der DEUTSCHEN QIGONG GESELLSCHAFT e.V. gewahrt werden.

Anerkennungskriterien

Erwartet wird:

  1. eine mindestens 3 jährige Mitgliedschaft in der DEUTSCHEN QIGONG  GESELLSCHAFT e.V.
  2. Lehrer_innen Status der DEUTSCHEN QIGONG GESELLSCHAFT e.V.
  3. eine Übe-Erfahrungszeit von mindestens 10 Jahren
  4. eine mindestens 4 jährige LehrerInnenausbildungszeit mit mindestens 375 Zeitstunden reiner Ausbildungszeit
  5. eine 8-jährige Lehrtätigkeit, die eine mindestens 6-jährige Unterrichtserfahrungszeit nach Abschluss einer Lehrer_innen-Ausbildung enthält. Diese beinhaltet die Erteilung von Kursen, Wochenend- und Wochenblockseminaren
  6. eine zusätzliche Einarbeitungszeit, die vom Ausbildungsbeirat unter der Berücksichtigung der vorliegenden Qualifikationen zeitlich festgelegt wird, kann in Form von Mitarbeit bzw. „Assistenz“ in der Ausbildung von Kursleiter_innen und Lehrer_innen bei schon praktizierenden Ausbilder_innen der DEUTSCHEN QIGONG GESELLSCHAFT e.V. erbracht werden
  7. Neue Ausbilder_innen sollten in eine bestehende Ausbildung eingebunden werden oder sich als Team für eine neue Ausbildung einbringen
  8. Neue Ausbildungsteams können durch eine_n Mentor_in in ihrer Tätigkeit unterstützt werden
  9. Eine_r der anerkannten Ausbilder_innen sollte in den ersten neuen Ausbildungszyklus eingebunden werden
  10. Bei der Gründung neuer Ausbildungsorte sollten der/die neue Ausbilder_in Kontakt zu den nächstliegenden Ausbildungsstandorten aufnehmen, um eine kollegiale Zusammenarbeit zu gewährleisten

Ausschlusskriterien:

  • In Fällen der Nichteinhaltung der Ausbildungsrichtlinien der DEUTSCHEN QIGONG GESELLSCHAFT e.V. kann der Ausbildungsbeirat in Absprache mit dem Vorstand die Anerkennung zum/zur Ausbilder_in zurücknehmen. Die  Betroffenen sind dabei vorher anzuhören.

Prozedere für die Antragstellung:

  • Das Antragsformular für externe Kursleiter, Lehrer und Ausbilder_innen ist auf der Homepage zu finden.
  • Den Antrag bitte bei der Geschäftsstelle einreichen
  • Die Weitergabe an die Prüfer_innen, die Mitglieder des Ausbildungsbeirates sind, erfolgt nach dem Zufallsprinzip
  • Die Prüfung des Antrages erfolgt zeitnah
  • Der Antrag wird vom Ausbildungsbeirat angenommen oder abgelehnt
  • Ein Widerspruch kann über den Vorstand eingereicht werden
  • Das Verfahren wird dann erneut aufgenommen

Anhänge

Anhang 1: „Ausbildungsplan/-inhalte für die Zielgruppen orientierte Ausbildung zum_r Kursleiter_in für Qigong mit Kindern und Jugendlichen“ (s.u.)
Anhang 2: „Ausbildungsplan/-inhalte für die Zielgruppen orientierte Ausbildung zum_r Kursleiter_in für Qigong mit älteren Menschen“ (s.u.)

[1] Dem Text der Präambel muss die Mitgliederversammlung noch zustimmen.